Wissenswertes
Der Stanleysittich wird auch Gelbwangensittich genannt, die lateinische Bezeichnung lautet Platycercus icterotis, die englische Stanley Rosella, Western Rosella oder (etwas unspezifisch) Parakeet. Es gibt zwei Unterarten: den Platycercus icterotis icterotis und den Platycercus icterotis xanthogenys. Beide leben im trockenen Inland bis zur Küste Südwest-Australiens, der P. icterotis icterotis eher im westlichen Teil, der P. icterotis xanthogenys eher in östlichen Gegenden.
Es gibt Vermutungen, daß der P. icterotis xanthogenys eigentlich eine Kreuzung aus Rosellasittich und Pennantsittich ist, vermischt mit einigen anderen Sittichen. Alle Plattschweifsittiche lassen sich untereinander und mit einigen Singsitticharten kreuzen, was oft auch fruchtbare Hybriden ergibt. Aus Gründen der Arterhaltung sollte man von gezielten Mischzuchten aber absehen. Ebensowenig sollte man die verschiedenen Arten vergesellschaften - im Verhalten gibt es doch gewisse Unterschiede, wodurch die Vögel nicht wirklich zufrieden sein können, außer sie haben einen arteigenen Partner.
Aussehen
Stanleysittiche sind die einzigen Sittiche ihrer Gattung, bei denen es Geschlechtsdimorphismus gibt, das heißt, daß
Männchen und Weibchen unterschiedlich gefärbt sind. Beim Männchen sind Kopf, Brust und Bauch rot, es hat einen leuchtend gelben Wangenfleck, der beim P. icterotis xanthogenis etwas blasser ist als beim P. icterotis icterotis; die Flügel sind schwarz mit grün und gelb, beim P. icterotis xanthogenis eher grau; die Schwungfedern sind blau. Insgesamt ist der P. icterotis icterotis kräftiger gefärbt als der P. icterotis xanthogenis, wobei es auch hier Mischformen geben kann.
Das Weibchen ist bei beiden Arten hauptsächlich grünbraun mit etwas blau, Kopf und Brust sind oft mit Rot durchsetzt. Sie haben nur schwach ausgeprägte Wangenflecken, die in der Regel nicht bis zum Auge reichen und einen weißen Unterflügelstreif. Erwachsene Tiere haben braune Augen, graue Beine und blaßgraue Schnäbel
Die Jungtiere sind fast ganz grün und haben höchstens angedeutete Wangenflecken.
Größe:
ca. 24 - 27 cm
Verhalten, Lebensweise:
Stanleysittiche bilden Paare, die oft ein Leben lang halten. Die Paarbeziehung ist meist sehr innig. Oft finden sich Paare außerhalb der Brutzeit zu kleineren Gruppen zusammen, die häufig aus verschiedenen Familienmitgliedern bestehen. Brütende Pärchen sind allerdings in der Regel aggressiv gegenüber ihren Artgenossen und anderen Vögeln und trennen sich in der Zeit von der Gruppe. Stanleys suchen ihr Futter im Laub niedriger Büsche oder auf dem Boden. Werden sie gestört, fliegen sie auf den nächsten Baum, wobei sie eine relativ geringe Fluchtdistanz haben. Ihr Flug ist weich mit leichten Wellen. Sie klettern und baden sehr gerne und nagen nur wenig.
Wesen:
Freundlich, lebhaft, friedfertig, relativ zutraulich.
Stimme:
Melodisches Brabbeln, Trällern und Gackern, recht leise; im aufgeregten Zustand scharfe, laute 'chink-chink'-Rufe. Balzende Männchen haben ein sehr schönes Repertoire an Liedern anzubieten, die ab und zu auch mal lauter werden.
Lebensraum:
Küstengebiete, Weide- und Kulturland, Grassavannen, Eukalyptuswälder.
Stanleys entwickeln sich in einigen Gegenden Australiens immer mehr zum Kulturfolger und bedienen sich in Gärten und auf Plantagen an Obst, Gemüse und Getreide.
Nahrung:
Samen, kleine Nüsse, Früchte, Gemüse, Insekten und ihre Larven, Getreide, Hirse, Wildkräuter; zusätzlich kleine Steine zur Verdauung.
Fortpflanzung:
Stanleysittiche erreichen mit ungefähr 12 Monaten die Geschlechtsreife, zur ersten Zucht sollten sie jedoch besser mit 18 - 24 Monaten angesetzt werden. Die Paarungs- und Brutzeit ist von August bis Dezember, also im australischen Frühjahr, bei uns also im April bis Mai. Zur Sympathiebekundung drückt das Männchen seinen Schnabel kurz auf einen Ast, was vom Weibchen nachgemacht wird. Das Männchen singt lange trällernde Lieder. Bei der Balz setzt sich das Männchen vor das Weibchen, spreizt die Flügel rechtwinklig ab und läßt sie leicht hängen. Dabei wackelt es mit seinem Schwanz hin und her. Oft folgt darauf dann das Paarungsfüttern. Während des ganzen Werbens kommt es häufig vor, daß das Weibchen gejagt wird. Die Nesthöhle befindet sich meistens in verfallenden Baumstämmen, oft in Eukalyptusbäumen, in eher geringer Höhe. Das Weibchen legt 3 bis 7 rundliche, weiße Eier und bebrütet diese ca. 20 Tage. Die Küken sind nach weiteren 35 Tagen flügge.