Ernährung

Als Grundfutter dient eine Futtermischung für Großsittiche, die man im (Fach-)Handel bekommt. Die Mischung sollte möglichst keine Erdnüse und nur wenige Sonnenblumenkerne enthalten: bi Ernüssen besteht die Gefahr, daß sie mit Pilzsporen belastet sind, Sonnenblumenkerne sind wie Schokolade: sie schmecken gut, aber machen dick. Die Ernährung sollte möglichst abwechselungsreich sein, um die Vögel gesund zu erhalten. Außerdem macht es ihnen genau wie Menschen Spaß, unterschiedliche Früchte zu probieren. Allerdings sollte man darauf achten, besonders im Anfang mit viel Geduld immer wieder andere Obst- und Gemüsesorten anzubieten. Die meisten Stanleys fressen nicht sofort alles, was ihnen angeboten wird, sondern bleiben eine Zeitlang mißtrauisch. Gewöhnt man die Tiere jedoch nicht von Anfang an die Vielfalt, werden sie auch später nur sehr schwer von etwas anderem zu überzeugen sein. Ältere Tiere lassen sich nur sehr schwer an Obst und Gemüse gewöhnen, wenn sie es nicht kennen. Meistens kristallisieren sich nach einigen Wochen besondere Favoriten heraus, diese können dann öfter einmal angeboten werden.

Liste der Obst- und Gemüsearten, die problemlos an Stanleysittiche verfüttert werden können

Neben dem normalen, handelsüblichen Körnerfutter für Großsittiche, das im Optimalfall aus oben genannten Gründen keine Sonnenblumenkerne und keine Nüsse enthält, sollte man regelmäßig (einmal die Woche bis einmal im Monat) Keimfutter und Quellfutter anbieten. Für Quellfutter wäscht man die gewählten Körner (geeignet sind im Prinzip alle aus der normalen Futtermischung, außer geschältem Hafer) gründlich ab (Sieb) und gibt sie in eine Schale mit Wasser. Das Wasser sollte ca. alle 6 - 8 Stunden erneuert und die Körner dabei gespült werden. Nach 24 Stunden kann man die aufgequollenen Körner verfüttern. Für Keimfutter verfährt man eigentlich genauso, nur daß man die Körner nach dem ersten Tag wieder mit einem Sieb gründlich durchspült (es besteht die Gefahr der Verpilzung) und das Wasser abtropfen läßt. Dann gibt man die Körner wieder in eine Schale, diesmal aber ohne Wasser, und deckt die Schale mit einer Glasscheibe oder Gaze so ab, daß noch Luft an die Körner kann. Bei Zimmertemperatur keimen die Samen dann nach einem bis zwei Tagen und können dann verfüttert werden. Zwischendurch und auch direkt vor dem Verzehr immer wieder spülen! Die Keimlinge sollten nicht länger als 1 cm werden, sonst entwickeln sich Bitterstoffe. Sollte das Quell- oder Keimfutter schlecht oder säuerlich riechen, auf keinen Fall anbieten, sondern gleich wegwerfen!

Bei Keim- und Quellfutter ist besonders im Sommer darauf zu achten, daß diese Nahrung schnell verdirbt (das gilt auch für Obst und Gemüse). Darum sollte man eventuelle Reste nach einem halben Tag, spätestens am Abend, entfernen und den Extranapf gründlich mit heißem Wasser reinigen.

Sehr wichtig für die Gesundheit der Vögel ist ein Mineralstein (ein Sepiaschulp kann ihn nicht ersetzen!) und die Möglichkeit, kleine Steinchen aufzunehmen. Die meisten Sandsorten, die man im Handel bekommt, enthalten einen kleineren Anteil an Grit, doch oft sind die Teilchen schon zu klein für Stanleys. Die Magensäfte der Vögel zersetzen die Steinchen, so daß sie nutzlos werden. Man kann auch Grit einzeln kaufen und diesen dann entweder über den Sand streuen (Stanleys halten sich auch gern am Boden auf und suchen dort nach Nahrung, siehe auch Verhalten), oder man bietet ihn in einem Extra-Schälchen an.

In welcher Form man seine Sittiche mit Nahrung versorgt, ist ein häufig diskutierter Punkt. Besonders für das Körnerfutter scheint ein Futterspender sehr praktisch, denn es kann nicht verunreinigt werden und die Vögel haben immer etwas zu futtern. In einzeln angebrachte Näpfe kann schon mal Dreck geraten, und außerdem bedeckt schon bald eine Spelzenschicht die Körner, da Sittiche nur das Innere fressen. Wenn man sich für einen Futterspender entscheidet, so sollte dieser unbedingt groß genug sein, da es schon vorgekommen ist, daß sich das Futter verklemmt hat und die Vögel buchstäblich vor vollen Näpfen verhungert sind. Ähnliches kann einem jedoch auch bei Näpfen passieren, wenn die Spelzenschicht auf den Körnern zu dicht wird. Die meisten Sittiche graben nicht nach Körnern, sondern picken sie nur auf. Man muß also regelmäßig (mehrmals täglich!) kontrollieren, ob die Vögel noch an ihr Futter kommen, ansonsten muß man die Spelzen abpusten oder absammeln. Futternäpfe sollten aus Edelstahl sein, er bleibt längere Zeit sauber, läßt sich leicht reinigen und kann nicht zernagt werden. Die meisten mitgelieferten Plastiknäpfe sind zu klein oder ungeschickt geformt, so daß man sie schnell ersetzen sollte.

Bei den Trinknäpfen hingegen ziehen viele Halter ein Trinkwasserspender (es gibt verschiedene Ausführungen, manche speziell für Volieren) vor. In diesem Fall zählt in erster Linie das Argument der Hygiene, und ein Wasserspender kann nicht so schnell verunreinigt werden wie ein Trinknapf. Trotzdem muß man das Wasser täglich wechseln, sonst bilden sich auch dort Keime.

Für Frischfutter (Quell-, Keim-, Grüfutter, Obst, Gemüse) haben sich ebenfalls Edelstahlnäpfe bewährt. Sie lassen sich sehr gut reinigen, was bei diesen leicht verderblichen Nahrungsmitteln wichtig ist. Größere Obst- und Gemüsestücke kann man auch auf einen im Handel erhältlichen Gemüse- oder Schaschlikspieß aus Metall spießen und dann im Käfig aufhängen; viele Vögel haben es lieber, von diesen hängenden Stäben u fressen als vom Boden. Das ist aber von Tier zu Tier unterschiedlich und muß ausprobiert werden.

Als Leckereien und besonderes Extra kann man den Vögeln hin und wieder eine Knabberstange (oder Herz oder Ring etc.) anbieten, doch nicht zu oft. Entgegen der Versicherung auf der Verpackung müssen sich die Vögel ihr Futter nämlich nicht in dem Maße erarbeiten, wie die Honig- oder Zuckerlösung, mit der die Körner festgebacken sind, dick macht. Diese Stangen sollten eine Ausnahme bleiben (unter "Anleitungen" findet sich ein Rezept für selbstgemachte Knabberstangen). Ähnlich verhält es sich mit der auch bei Stanleysittichen sehr beliebten Kolbenhirse, die zwar keinen Zucker enthält, aber dennoch in Maßen gefüttert werden sollte, denn sonst ist die Folge die gleiche: ein dicker Vogel, der neben Schwierigkeiten beim Fliegen und Klettern auch schnell gesundheitliche Probleme bekommen kann.

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