Berichte von Haltern

Hier möchte ich mit der Zeit (und eurer Hilfe) Berichte, Tips, Tricks und einfach Lesenswertes rund um Stanleysittiche sammeln. Wer etwas beisteuern möchte, eine Mail an mich reicht :-)

Der Übersicht halber gibt es nun ein kurzes Inhaltsverzeichnis, damit ihr schnell zum gewünschten Bericht springen könnt.

Marika - Erfahrungen mit einem Pflegevogel
Iris Grutscha - Vergesellschaftung mit anderen Arten und Zucht
Bernd Hoger - erfahrener Züchter, Vergesellschaftung
meine eigenen Stanleys, ein junges Paar
Bettina aus Berlin - Erfahrungen mit zwei Stanleybrüdern


Den Anfang macht Marika von der Monsterfront:

"Ich hatte für ca. 1/2 Jahr einen Stanley-Hahn in Pflege. Es sind sehr tolle Vögel. Gerade für eine Mietwohnung, da sie sehr leise sind!

Ob und inwieweit sie handzahm werden, weiß ich nicht. Stanley jedenfalls kam zwar nicht auf die Hand, fraß aber Körner und so aus jener. Und wenn ich ein Brot mit Wurst aß, wollte er immer was abhaben. War irgendwie falsch geprägt :-(, ich konnte ihn aber meistens auf rote Paprika umpolen. Dafür kam er dann auch auf den Unterarm.

Vom Platz benötigt er etwa soviel wie Nymphensittiche. Angeblich soll er sich mit diesen auch vertragen, was aufgrund der fast gleichen Größe sicherlich möglich ist. Leider habe ich bisher "im Handel" nur Männchen gesehen, keine Weibchen. Sonst wäre ich vielleicht schon in Versuchung geraten, es mit einem Paar zu versuchen.

Futtermäßig war Stanley pflegeleicht (Nymphenfutter + Hirse als Grundfutter), er fraß aber wesentlich mehr Frischfutter als meine Nymphensittiche. Besonders beliebt war Paprika (rot), Apfel, Birne und Salat/Kräuter. Gebadet hat Stanley nicht, er war es offensichtlich nicht gewohnt und war entsprechend vorsichtig vor dieser "großen Pfütze". Habe es mit flacher Schale und Badehaus probiert - no chance :-(((.

Geflogen ist Stanley sehr gerne, aber nicht so schnell wie z.B. Nymphensittiche. Positiv habe ich neben der "ruhigen Stimme" empfunden, dass er nicht ganz so stark unter Aufsicht stehen musste :-). Er hat jedenfalls nicht versucht, die Tapete zu verschönern, obwohl der Käfig direkt an der Wand stand und er sehr gerne obenauf saß."

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Ein weiterer Bericht kommt von Iris Grutscha:

"Ich besaß bisher eine Außenvoliere, nur besetzt mit Nymphen-, Wellen- und Singsittichen.

Dann kamen per Zufall 2 Stanleysittiche, beide männlich, dazu. Nach extremen Schwierigkeiten, ein Weibchen zu bekommen, gelang mir dies vor 1,5 Jahren. Nach der Paarbildung ("sie" konnte sich lange nicht entscheiden) setzte ich die Vögel Anfang diesen Jahres in eine große Zimmervoliere, einen ausgehöhlten Baumstamm dazu und siehe da, nach kurzer Zeit lagen 4 Eier darin.
Nach fast 4 Wochen, ich wollte die Eier schon herausnehmen und wegwerfen, schlüpften tatsächlich 4 niedliche, nackte und im ganzen rosafarbene Vögelchen. Diese entwickelten erstaunlich rasch ein dichtes Gefieder.
Zwei nahm ich nach 3 Wochen heraus, um sie mit der Hand großzuziehen, sie sind jetzt meine Lieblinge und dürfen in der Wohnung fliegen.
Aber im Gegensatz zu allen Berichten waren sie nie fast ganz grün, sondern hatten, wie die Mutter, von Anfang an einen roten Bauch. Jetzt, nach ca. 8 Wochen, zeichnen sich bei den beiden älteren schon gelbliche Flecken an den Wangen ab. Ich weiß aber noch nicht, welches Geschlecht sie haben, man kann sie kaum von der Mama unterscheiden

Vielleicht hab ich ja Glück und es ist für meinen alleinstehenden Stanleyhahn ein Weibchen dabei.

Die restlichen Vögel möchte ich dann abgeben.

Stanleys sind so ganz anders als meine anderen Volierenbewohner, sie sind die besten Flieger, bleiben manchmal regelrecht in der Luft "stehen", schlagen dann Haken, selbst die Jungtiere sind noch nirgendwo vorgeflogen, wie das bei den anderen Sittichen manchmal ist.

Sie sind und waren auch niemals aggressiv den anderen gegenüber, mein alleinstehender Hahn füttert sogar die Wellensittichküken und flirtet heftig mit einer gelben Singsittichdame.

Ich bin froh, daß ich sie habe, sie werden aufgrund ihrer schönen Farben auch stets bewundert."

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Auch Bernd Hoger erzählt von seinen Vögeln. Gleichzeitig hat er mir zwei Bilder zur Verfügung gestellt.

Mein erstes Paar hebe ich im April gekauft und nach 6 Wochen lagen 4 Eier im Brutkasten, wobei 2 davon geknickt waren, weil das Weibchen vom Vorbesitzer falsch zusammengesetzt war und deshalb keine Krallen mehr hat. Nach dem Schlupf fiel leider der Hahn bei einem Gewitter tot von der Stange, aber das Weibchen brachte beide Jungen alleine groß. Nun habe ich mir vor 3 Wochen wieder einen prächtigen Hahn gekauft und warte bis sich meine Jungvögel ausfärben, damit ich über die Geschlechter informiert bin und mit einem Bekannten tauschen kann. Meine Stanleys halte ich zusammen mit Bourke-, Glanz-u. Wellensittichen sowie Zebrafinken und Kanarien problemlos."

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Zu meinen eigenen Stanleysittichen bin ich über Umwege gekommen. Obwohl es schon lange mein Traum war, Stanleysittiche zu halten und ich bei meinem Auszug von zu Hause in der neuen Wohnung ein Paar Stannies aufnehmen wollte, kam es zuerst alles anders: durch einige Abgabevögel (Wellensittiche, Nymphensittiche) vergrößerte sich die vorhandene Vogelschar um einige Tiere, so daß ich mich erst einmal auf die Wellis und Nymphen beschränkte. Von einer Freundin, die ihre drei verbliebenen Wellis in einen größeren Schwarm geben wollte, bekam ich eine 2x2x2m große Voliere geschenkt, in der die inzwischen 4 Nymphen und 12 Wellis sich neben dem täglichen Freiflug ordentlich austoben konnten. Auch jetzt wollte ich nicht unbedingt eine dritte Vogelart hinzusetzen, doch während eines Urlaubes in Ungarn entdeckte ich in einem kleinen Geschäft in einem Einkaufszentrum eine kleine Stanleyhenne. Sie wurde mit verschiedenen anderen Sittichen (Nymphen, Rosellas, Berg-, Ziegensittichen und noch andere) in einer Glasvoliere "aufbewahrt", die nur eine blickdichte Seite hatte, und sollte, vor allem für ungarische Verhältnisse, ein kleines Vermögen kosten. Das Futter bestand fast nur aus Sonnenblumenkernen, der Wasserbehälter war veralgt. Der Zoohändler sagte, sie säße dort schon fast 2 Jahre. Obwohl ich generell dagegen bin, Zooläden zu unterstützen - die freuen sich über das Geld und holen sich den nächsten Vogel ran, wird sich schon irgendwann verkaufen; dazu kommen noch die Schwierigkeiten mit Papieren und ein Grenzübertritt - ließ mich der nicht sehr glücklich wirkende Vogel während des gesamten Urlaubs nicht mehr los.

Am vorletzen Abend hatte ich mich schon mit dem Schicksal der kleinen Stanleydame abgefunden, da erfuhren wir von Bekannten, daß es gar nicht so schwierig sei, an amtstierärztliche Papiere für die Ausfuhr zu kommen. Zwischen den Reisevorbereitungen Richtung Heimat erkundigten wir uns nach den genauen Bestimmungen, und schließlich kauften wir am Morgen der Abreise die kleine Dame frei und fuhren mit ihr zum Bezirkstierarzt. Dieser untersuchte die Kleine recht flüchtig und stellte uns dann ordentliche Papiere aus, mit denen wir uns dann Richtung Deutschland auf den Weg machen. Für die Fahrt hatten wir die kleine Dame, die inzwischen Lily heißt, in eine selbstgebaute Transportbox aus Pappkarton und Gitter umgesetzt, wo sie relativ dunkel sitzen konnte. Fast eine Stunde lang klammerte sie sich steif ans Gitter, dann entspannte sie sich etwas und untersuchte die Kiste. Die Kolbenhirse wurde nicht angerührt, erstaunlicherweise dafür aber ein Blättchen, was am Sitzast hing. Bei den regelmäßigen Rasten besprühten wir sie und die Box mit stillem Mineralwasser aus einer sauberen Blumensprühflasche (es war ein sehr heißer Spätsommertag), damit sie etwas gekühlt wurde und beim Putzen etwas Wasser aufnehmen konnte. Erstaunlicherweise nahm sie auch einige saftige Apfelspalten problemlos und gierig an - nachdem sie das in der Zoohandlung nie bekommen hat, wunderte mich das schon.

Am Abend erreichten wir schließlich Lilys zukünftiges Heim, und während wir den Extrakäfig für sie fertigmachten, gab sie den ersten Ton des ganzen Tages von sich, ein leises melodisches Trillern, unterbrochen von einigen scharfen Rufen. Da zwei Wellis kurz vor dem Urlaub verstorben waren, war rein rechnerisch schon genug Platz für Lily und einen männlichen Stanley, sonst hätte ich sie nicht mitgenommen, allerdings setzte ich mir die Maßgabe: sollte es aus irgendeinem Grund doch nicht klappen, würde ich Lily und, wenn schon vorhanden, ihren Partner in fachkundige Hände weitervermitteln - die Wellis und Nymphen haben "Hausrecht" und sollten nicht unter dem Neuzugang leiden müssen.

Lily zog also für einige Tage in einen alten Großsittichkäfig um, damit sie sich an die veränderte Situation gewöhnen konnte und ich eine Kotprobe untersuchen lassen konnte. Sie lebte sich recht schnell ein (nahm gleich am ersten Tag ein Bad im Wassernapf) und nach einigen Tage konnte sie dann zu den anderen in die große Voliere umziehen. Die Umsiedelung und Eingewöhnung ging ebenfalls sehr schnell und gut vor sich. Am Anfang nahm sie häufig die Beobachterposition ein, setzte sich auf einen Ast oder ein Sitzbrett und ließ niemand anderen in ihre unmittelbare Nähe, verhielt sich sonst aber sehr friedlich. Rote Paprika wurde sofort ihre Leibspeise, auch Salatgurke und Apfel mag sie sehr gern.

Nachdem ich nach gut zwei Wochen das Gefühl hatte, daß es keine weiteren Schwierigkeiten geben würde und daß alle mit dem Platzangebot zurechtkommen würden, begab ich mich auf die schwierige Suche nach einem Partner. Wer schon mal einen Stanley gesucht hat, wird wissen, was ich meine… Ich wurde schließlich fündig bei einem Züchter in der Nähe von Frankfurt, der einige Jungtiere hatte, die sich gerade zum ersten Mal umfärbten. Weitere zwei Wochen später konnte er mit relativer Sicherheit sagen, welches Geschlecht die Jungen haben würden, und ich konnte mir zwei junge Hähnchen anschauen, von denen ich schließlich den etwas lebhafteren wählte (ob das mal nicht ein Fehler war… ;-) ). Der Züchter gab mir noch einige Futterpellets mit, mit denen er seine Vögel hauptsächlich ernährte, und auf der Rückfahrt fing der junge Vogelmann auch gleich an, die Teile zu knuspern. Dabei verwendete er typischerweise die Füße und fiel während der zweistündigen Rückfahrt nicht einmal von der Stange!

Auch Sirius, so heißt der kleine Kerl jetzt, mußte zwei Tage im Extra-Käfig verbringen, dann durfte er zu den anderen und vor allem zu Lily. Die erste Begegnung der beiden verlief leider nicht gerade bilderbuchmäßig - nachdem Sirius erst einmal alles erkundet hatte - er war alles andere als scheu dabei - und gleich mit dem Körnerfutter nähere Freundschaft schloß, besuchte er dann Lily, die von einem hoch gelegenen Sitzbrett aus den Fremden betrachtet hatte. Sirius lief freundlich auf sie zu, da wurde sie zum ersten Mal recht biestig und hackte ihn weg. In den nächsten Tagen machte er noch einige Annäherungsversuche, die aber immer abgeblockt wurden, woraufhin er es dann auch irgendwann nicht mehr versuchte, und obwohl ich weiß, daß es bei vielen Plattschweifern selten die Liebe auf den ersten Blick gibt, war ich schon etwas enttäuscht. Sollten die beiden etwa jeweils Einzelvögel inmitten von Fremden werden?

Mit der Zeit jedoch änderte sich das Verhalten. Lily hatte wohl nur einige Wochen gebraucht, um sich zu erinnern, daß sie ein Stanleysittich war und daß Sirius ein Vogel der gleichen Art war - sie war ja schließlich längere Zeit mit ständig wechselnder Belegschaft gehalten worden. Schon nach einigen Tagen schliefen die beiden nachts in relativer Nähe zueinander (er auf einer kleinen Wellensittichschaukel, sie auf einem nahen Sitzbrett), und einige Wochen später rief Lily sofort nach Sirius, wenn sie ihn nicht sehen konnte. Der Strolch verschwindet auch selbständig auf Expeditionen, wo er eine neue Ecke untersucht, und Lily folgt ihm nicht überall hin (worauf er allerdings keine Rücksicht nimmt - Männer! ;-) ). Ansonsten sind die beiden inzwischen, nach fast vier Monaten, eigentlich nur noch im Doppelpack anzutreffen. Die ganz große Liebe ist es noch nicht unbedingt zwischen ihnen (Sirius ist dazu im Moment auch noch zu jung, er müßte jetzt ungefähr 7 Monate alt sein), ich hoffe jedoch, daß sich die beiden mit der Zeit weiter annähern.

Jetzt bin ich nur sehr gespannt, wie der Frühling und der Sommer verlaufen werden, denn ungefähr dann wird Sirius geschlechtsreif, und obwohl Stanleysittiche die friedlichste Art der Plattschweifsittiche sind, sind sie immer noch Plattschweifsittiche, die zumindest in der Brutzeit aggressiv gegenüber den anderen Sittichen werden können. Eine Trennungsmöglichkeit steht zur Verfügung, doch eigentlich hoffe ich, daß es erstmal nicht so weit kommt, denn das wäre eine eher unbefriedigende Lösung.

Insgesamt bin ich natürlich schwer begeistert von den beiden Clowns. Sie sind unglaublich gewandte Flieger, die aber auch ein extrem hohes Flugbedürfnis haben und in der Wohnung mit großer Geschwindigkeit und Geschicklichkeit jede Kurve nehmen. Kann ich sie für einige Stunden nicht herauslassen, obwohl ich in der Wohnung bin, werden sie schnell "rammdösig" und fliegen rasch und schwungvoll von einer Seite der Voliere zur anderen, wobei sie laut gegen das Gitter donnern. Das ist ihre Art, mit mir zu schimpfen ;-) Sie brauchen aber ständig Aufsicht, außer man hat ein absolut sicheres Vogelzimmer, denn obwohl sie tatsächlich noch keine Möbel oder Regale angeknabbert haben, suchen sie sich ständig ein neues Spielzeug, bevorzugt nicht das, was ich ihnen anbiete, sondern das menschliche, ob das liegengelassene Schrauben, Fischfutterdosen, Wäscheklammern, Stifte, Löffel oder sonstige tragbaren Dinge sind (wobei die Schrauben eigentlich weggepackt waren, da hatte ich noch nicht mit Sirius' Erfindungsgeist gerechnet, der die Schachtel öffnen konnte!) - alles, was in den Schnabel paßt und leicht genug ist, wird auch schon mal mitgenommen und weggetragen, wenn ich es wegnehmen will, z. B. auf die Voliere, wo ich nicht ohne weiteres drankomme. Dann wird es ausgiebig mit Schnabel und Füßen untersucht. Auch das Obst schmeckt viel besser aus meiner Obstschale als in der Voliere. Inzwischen bin ich recht gut darin, alles Mögliche abzudecken, einzupacken und wegzuräumen - meine Vögel erziehen mich zur Ordnung... ;-)

Die beiden sind sehr neugierig und wissen auch genau, was sie dürfen und was nicht - und vor allem wissen sie auch ganz genau, daß ich aufstehen und sie wegscheuchen muß, bevor sie die Flügel bewegen müssen, die Nymphensittiche verschwinden auf Zuruf von "verbotenen Stellen". Besonders zutraulich sind die beiden nicht, was unter anderem auch daran liegt, daß ich sie leider häufig von Stellen wegjagen muß, die wirklich gefährlich werden könnten. Ich will demnächst mit dem Clickertraining anfangen, das vor allem aus dem Bereich der Hundeerziehung bekannt ist. Dabei wird ein kleiner Clicker/Knackfrosch und ein Leckerli als Instrument eingesetzt, um erwünschtes Verhalten zu belohnen. Nicht erwünschtes Verhalten wird nicht bestraft, sondern nur ignoriert, die Vögel arbeiten also freiwillig mit, weil sie dafür eine Belohnung erhalten und nicht, weil sie eine Strafe fürchten müssen. Das Clickertraining will ich hauptsächlich als Beschäftigungsmöglichkeit für die beiden einsetzen, denn man merkt sehr schnell, wenn sie Stanleys langweilen - sie suchen sich ihre eigenen Beschäftigungsmöglichkeiten, beispielsweise wird ein Kopfkissenbezug "bespielt", bis er Löcher hat... Beim Clickertraining sollen sie nicht Rollschuh fahren lernen o. ä., sondern auf vogelgerechte Weise beschäftigt werden in dem Rahmen, in dem sie es wollen. In aller Regel wird dabei auch die Zutraulichkeit gefördert, zudem können sich die beiden auch an meinen Nymphen abgucken, daß eine menschliche Schulter gar nicht beißt, sondern ein toller Kletterspielplatz sein kann.

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Von Bettina aus Berlin kommt ein Beispiel, daß es mit zwei Stanleyhähnen, selbst wenn es Brüder sind, nicht gut geht. Gleichzeitig hat sie ein paar hübsche Bilder beigesteuert:

Meine Erfahrungen mit zwei Stanleybrüdern

Als ich die Beiden bekam hatten sie noch ihr Jugendgefieder. Der Züchter war der festen Überzeugung, daß es sich um Bruder und Schwester handelte. Leider war dem nicht so. Die ersten paar Wochen lief alles völlig problemlos. Die beiden verstanden sich zwar nicht sonderlich gut, aber sie waren doch meistens gemeinsam unterwegs. Abends gab es die üblichen Streitereien, ums Futter und den besten Schlafplatz. Dann setzte bei dem ersten Stanley die Umfärbung an, aha, ein Hahn also, dachte ich. Der andere behielt sein Jugendgefieder, deshalb hielt ich ihn für eine Henne. Etwa zwei Wochen später färbte sich der andere Vogel allerdings auch um, und da begann dann auch der Kampf ums Revier. Die Streitereien zwischen den Beiden wurden immer heftiger, und gipfelten in handfesten Hahnenkämpfen. Das heißt, sie stürzten sich kreischend aufeinander, verkrallten sich, und hackten flatternd aufeinander ein. Dabei fielen sie dann auch meistens zu Boden, wo ich sie dann mit den Händen auseinanderbringen musste.

Mit dem Frieden wars also vorbei. Da ich aber nur einen Käfig hatte, mußte eine Notlösung her. Fortan durfte einer der Beiden die Nacht immer draußen verbringen, womit ich die heftigsten Auseinanandersetzungen am Abend umging. Leider wurden jetzt meine Nymphensittiche zu den nächsten Leidtragenden. Die Stanleys konnten sich zwar noch sehen, aber nicht mehr kämpfen. Irgendwo mußte der Frust aber hin, also gingen sie auf die Nymphen los.

Tja, das Ende der Tortur ist, daß ich einen Stanley abgegeben habe. Der übriggebliebene arrangiert sich jetzt freundlich mit den Nymphen, und verhält sich auch sonst wesentlich entspannter. Ich habe daraus gelernt, dass 20qm nicht groß genug sind, um zwei Stanleyhähne zu halten, denn sie verteidigen ihr Revier vehement gegen Konkurrenten.

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